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Geschichtlicher Hintergund

  • Persien

    Im Norden, Westen und Osten ist das Land durch hohe Gebirgszüge begrenzt. Das bis zu 2000 m über dem Meeresspiegel liegende Hochland ist fast abflußlos, so daß die im Gebirge entspringenden Flüsse das Meer im Süden nicht erreichen, sondern meist in den Binnenwüsten und Steppen versickern. Persien besitzt Binnenklima mit starken Temperaturschwankungen. Im Herbst, Winter und Frühjahr fallen die Niederschläge. Reiches Ackerland befindet sich lediglich in den schmalen Küstengegenden im Norden des Landes am Kaspischen Meer. Diese haben subtropisches Klima und stellenweise urwaldartigen Baumbewuchs. Dagegen ist das Klima der Tiefebenen am persischen Golf extrem feucht und heiß. Die beiden unbewohnten Salzwüsten Dasht-j-Kawir und Dasht-j-Lut stellen die größten Flächen des Landesinneren dar. Die bedeutesten Städte entwickeln sich in den Bewässerungszonen der endlosen Steppen- und Berglandschaft.

    Sultan aus Perisen Die Iraner, Nachfahren der indoarischen Stämme, machen den Großteil der Bevölkerung aus. In den Nordwestprovinzen und im zentralpersischen Isfahan überwiegen die Kurden, Türken und Armenier. Turkmenen im Nordosten, Araber im Süden und Juden um Hamadan bilden weitere Gruppen. Die Luren und Kurden im Westen und Nordwesten sowie die Bachtiaren in der Provinz Fars die Afscharen nordöstlich davon und die Turkmenen im Gebiet von Mesched dagegen sprechen türkische Mundart.

    Man kann die Geschichte des Landes bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Schon im 3. Jahrtausend bestand eine Verbindung vom Tiefland durchs Zargosgebirge über Kirmanschah nach Hamadan. Das Land wurde vielfach erobert, z. B. von den Seleukiden, Arabern, Mongolen und Seldschuken. Zwei Schübe iranischer Völker dringen ab 1800 v. Chr. ins Land ein, die Meder und Perser. Zunächst siedeln sie im Westen, später ziehen die Perser weiter südlich in den Distrikt Fars. Die Meder verbinden sich mit den um 800 aus dem Kaukasus eindringenden Kimmieren und gründen am Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. ihr Reich mit Ekbatana, dem heutigen Hamadan, als Hauptstadt.

    Moschee in IsfahanDie bisher ältesten Knüpfobjekte sind die großen Teppiche und Fragmente aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Teppiche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert sind nur durch Miniaturmalereien und Reiseberichte bekannt. Sie weisen eine enge Verwandtschaft zu den geometrischen Teppichen Anatoliens auf. Allerdings berichten Reisebeschreibungen, diese seinen weitaus besser gewesen. Das Innenfeld ist meist in Quadrate geteilt, deren Randfassung ein verknotes Muster aufweist. Die Bordüre zeigt häufig schriftähnliche Dekore wie in Asien auf. Oft taucht auch eine versetzte Reihung zweier Motive auf.

    Die wichtigsten Knüpfgebiete Persien sind:

                  • Täbriz
                  • Meschgin
                  • Bidjar
                  • Mir
                  • Senneh
                  • Hamadan
                  • Saruk
                  • Keschan

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  • Türkei

    Das Gebiet der türkischen Teppicherzeugung erstreckt sich über den gesamten Raum des heutigen Regierungsbereichs dieses Landes und ist der am weitesten nach Westen reichende Teil der Knüpfgebiete Asiens. alte türkische MännerDie von dort kommenden Teppiche werden unter dem Begriff "anatolische Teppiche" zusammengefaßt und tragen auf die Gegend ihrer Herstellung oder auf deren Handelszentren bezogene Namen. Das asiatische Gebiet der Türkei wird Anatolien genannt; der kleine europäische Bereich gehört nicht mehr zu Anatolien. Daher darf die geringe Anzahl der Teppiche aus diesem Gebiet, vornehmlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert, nicht mehr zu den anatolischen Teppichen gezählt.

    Anatolien, auf türkisch Anadolu, ist eine von Gebirgen durchzogene Hochebene, die im Süden und Norden von mächtigen Gebirgszügen begrenzt ist und im Westen zum Meer hin abfällt. Dieser Teil ist die fruchtbarste Landschaft, während der Osten vorwiegend Hochgebirgscharakter hat und im Gebiet des Berges Ararat gegen Armenien hin an den Kaukasus angrenzt. Die Küsten haben mildes Seeklima und erhalten durch die Gebirge ausreichend Regen. Das Klima des Hochplateaus Anatoliens ist von starken Temperaturschwankungen geprägt.Vulkan in der Türkei Im Sommer herrscht große Trockenheit, während der Winter starke Schneefälle bringt. Daher entwickelten sich, klimatisch und geographisch bedingt, die wichtigsten Teppichmanufrakturen in West- und Mittelanatolien. Die geringe Produktion des östlichen Teils - vornehmlich im 16., 17. und 18. Jahrhundert - entstand durch die Dorfbewohner. Die beste Wolle kommt aus dem westanatolischen Bezirken um die Städte Ushak, Konya und Ladik. Das wichtigste Anbaugebiet für Baumwolle liegt im Südosten, südlich der Stadt Kayaseri, in den zum Meer abfallenden Ebenen um den Golf von Iskenderun.

    Funde aus der TürkeiBereits in der frühen Jungsteinzeit soll Anatolien einen hohen Kulturstand besessen haben. In der Nähe der fruchtbaren Ebene von Konya grub man stadtartige Großsiedlungen aus, die reich an Wohn- und Kultbauten aus Lehmziegeln gewesen zu sein scheinen. Keramikgegenstände fand man zwar noch nicht, stattdessen aber Holz- und Steingefäße. Das erste nachweisliche staatsbildene Volk Anatoliens waren die Hethiter, ein Volk mit indogermanischer Sprache.

    Die Türkei ist das originäre Kulturzentrum der Knüpfkunst, und zwar in allen Herstellungsbereichen, nomadisch-bäuerliche sowie städtischer Manufraktur-Teppiche. Als Mittelpunkt strahlte sie in alle Richtungen aus.

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  • China

    Aus einer früheren Epoche als der späten Ming-Dynastie Mitte des siebzehnten Jahrhunderts sind offenbar keineMing Tempel chinesischen Teppiche erhalten geblieben. Man darf aber davon ausgehen, daß in einem Land mit einer so alten Zivilisation schon weit früher Teppiche geknüpft wurden. Die wenigen uns überlieferten Ming-Teppiche sind alle etwa von der gleichen Art. In ein groß einfarbiges, gewöhnlich kräftig rotes oder blaßblaues Feld sind eine oder zwei Figuren, oft Tiere, eingeknüpft. Die Bordüre weist Wolkenbänder und Gitterwerk auf.

    Von Beginn des 18. Jahrhunderts bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der persische Einfluß auf die chinesicher Drachechinesische Teppichindustrie ständig zu und florale Muster herrschen vor. Von Mitte des 19. Jahrhunderts an gerieten die chinesischen Motive immer stärker unter den Einfluß des europäischen Marktes, wo man seine eigenen Vorstellungen entwickelte, wie ein chinesischer Teppich auszusehen hat. In dieser Periode treten ganz unzweifelhaft chinesische Motive wie Fledermaus, Drache, Kranich und an altertümliche chinesische Bronzen erinnernde Gegenstände gemeinsam auf, mit den allgegenwärtigen chinesischen Wolkenbändern und zahllosen buddhistischen Emblemen.

    Gegenwärtig bevorzugen die chinesischen wie die indischen Knüpfer das französische Savonnerie-Muster, und zur Erzielung eines seidigen Aussehens werden alles Teppiche chemisch gewaschen. Die wenigen Stücke, die im Westen im dem Handel gelangen, werden nicht sehr hoch eingeschätzt.

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  • Indien

    Indien hat in der Vergangenheit einige der großartigsten Teppiche überhaupt hervorgebracht und steht heute als Teppichnation hinter Persien an zweiter Stelle. Die wichtigste Epoche war das späte 16. und frühe 17. Tadj-MahalJahr-hundert, als unter dem Patronat des Moghul-Kaisers Akbar, ein Zeitgenosse des persischen Schahs Abbas und einer der bedeutesten Förderer der Küste aller Zeiten, in Lahore unter Leitung persischer Weber Königliche Webereien eingerichtet wurden. Wenig später wurden von Akbars Nachfolgern Jahangier (1605-1627) und dem berühmten Schah Jahan (1628-1658), dem Erbauer des Tadsch Mahal, in der Residenz Agra in und anderen Städten weitere Webereien gegründet. Vom späten 17. bis ins angehende 19. Jahrhundert wurden in Indien nur noch sehr wenige Teppiche geknüpft.

    indische KultstätteVon 1850 an gab es dann wieder eine ständige Produktion in großen Manufrakturen, die meist englischen oder amerikanischen Firmen gehörten. Viele dieser Stücke sind qualitativ gut, aber Kopien französischer Muster aus dem 18. Jahrhundert, die vor allem in Amerika großen Anklang finden. Sie kommen unter zahlreichen Handelsbezeichnungen auf den den Markt.

    Das sind die wichtigsten indischen Teppiche:

          • Agra
          • Indo-Saruk
          • Kandahar
          • Lahores

             

            aus: Schönheit echter Orientteppiche von Ian Benet

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Knotenarten

Es gibt zwei Knotenarten:

Türkischer (Ghiordes-Knoten) oder persischer Knoten (Senneh-Knoten)

    Knoten

    Ist eine Reihe von Knoten über die Teppichbreite fertig, schlägt der Teppichknüpfer mit einem Werkzeug die geknoteten Wollfäden fest an das Gewebe. Jetzt folgen zwei Schußfäden und zwar je ein Mal in jeder Richtung, so dass jeder Kettfaden einmal vor und einmal hinter dem Schußfaden liegt. Je mehr Kettfäden angebracht werden, je dichter ist später die Knotenzahl. Vorlage für den Teppichknüpfer ist ein sog. Karton.

    Frauen beim KnüpfenDas Teppichmuster wird zuvor in mühseliger Arbeit auf Millimeterpapier gezeichnet. Dann wird das Muster auf den Karton übertragen, wobei hier jeder Knoten und jede Farbe aufgezeichnet werden. Der Karton wird in Augenhöhe des Knüpfers angebracht und dient als Vorlage für seine Arbeit. Ein guter Teppichknüpfer schafft 6000 - 10000 Knoten pro Tag. (Für einen Teppich in der Größe 200 * 300 cm mit einer Dichte von 250.000 Knoten/qm benötigt ein Knüpfer ca. 5 Monate). Nach dem Scheren werden die fertigen Teppiche mehrfach gewaschen. Durch eine spezielle Zusammensetzung des Wassers und durch ständiges Schrubben erhält der Teppich seinen seidigen Glanz. Das Trocknen erfolgt im Freien in der Sonne. Als nächster Arbeitsgang wird der Teppich geschoren. Hierzu wird der Teppich über einen Balken gezogen und mit einer Florschere von Hand auf die gewünschte Florhöhe geschoren. Dies erklärt auch das Flusen bei neuen Teppichen, da immer Fasermaterial im Flor hängen bleibt.

    Bestimmender Faktor des Wertes eines Orientteppichs ist neben dem verwendeten Material und der Herkunft die Knotendichte. Angegeben wird die Zahl der Knoten auf 1 Quadratdezimeter (qdm). Um die Knotendichte zu ermitteln, zählt man auf einer Fläche von 10 * 10 cm in der Vertikalen die Knotenreihen und in der Horizontalen die Zahl der Knoten in Schußrichtung. Die Ergebnisse werden multipliziert.In jeder Provenienz werden grobe, mittlere und feine Teppiche hergestellt, wobei sich die Unterteilung nach der Zahl der Knoten richtet. Dabei ist die Zählweise der Knoten aufgrund geschichtlicher Entwicklungen unterschiedlich. Ebenso unterscheidet sich die Bandbreite aufgrund des verwendeten Knüpfmaterials. Als Beispiel sind die Qualitätsabstufungen für indische Teppiche dargestellt.
     

      Qualität

      Knoten qm

      Sehr grob

      bis 50.000

      Grob

      50.000-90.000

      Mittel

      90.000- 180.000

      Fein

      180.000-250.000

      Sehr fein

      250.000-500.000

      Selten fein

      mehr als 500.000

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    Die Musterung

    Ganz allgemein lassen sich die großen Regionen der Teppichproduktion unterteilen in Gebiete mit floraler Musterung und in solche mit geometrischen Formen und Mustern. Persien und Indien sind die floralen Länder, in der Türkei kommen florale und geometrische Muster gemischt vor mit Betonung der geometrischen, kaukasischen und turkmenischen Teppiche sind fast immer geometrisch gemustert Bei den dort seltenen floralen Mustern handelt es sich um gradlinige und stilisierte. Die chinesischen Teppiche bilden eine besondere Gruppe. Oft wird es dem Anfänger schwerfallen, die den Fachmann eindeutig unterschiedliche Musterungen auseinander zuhalten, den chinesischen Teppich kann er immer in jedem Fall bestimmen. Drachen, Ungeheuer und eine Fülle der anschaulichen Wolkenbänder benannten Ornamenten sind die Kennzeichen dieser Teppiche.

    Bei türkische Teppichen finden sich in der Musterung überaus selten die Abbildungen lebender Wesen, sei es Mensch oder Tier. Der Koran verbietet zwar nicht ausdrücklich die Darstellung des Lebendigen, doch werden viele Worte des Propheten von orthodoxen Mohammedanern als ein Verbot figürlicher Darstellung in Kunstwerken auslegt; übrigens scheint das Verbot nicht immer gleich streng befolgt worden zu sein.

    Häufig zeigt die Musterung von Orientteppichen Darstellungen von Tieren, Insekten und Vögeln. Das kann auf hoch stilisierte Weise geschehen, aber auch verblüffend realistisch wie bei den wilden Tieren auf persischen Jagdteppichen.

    Einige Beispiel:

     

     

     

    typische chinesische Musterung

     

     

     

     

    typische Perserteppich mit floralen Elementen

     

     

     

    typischer Türke mit geometrische und floralen Mustern

    aus: Schönheit echter Orientteppiche von Ian Benet

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